Das kaum noch Erwartete wurde doch noch Realität

Peter Fleischmann läuft auf Platz 8 bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften 2013

Bei den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon in Refrath am 14. April 2013 belegte Peter Fleischmann in der Zeit von 1:23:53 Stunden den achten Platz in der M55 und wurde noch mit einer Urkunde ausgezeichnet. Er war sehr glücklich über sein Abschneiden nachdem er durch eine Muskelverletzung im Vorfeld kaum trainieren konnte. Über die Vorgeschichte und den Wettkampf hat er folgenden Erlebnisbericht verfasst:

Schon im Sommer 2012 hatte ich die Deutsche Meisterschaft im Halbmarathon im April 2013 für meinen Jahreshöhepunkt auserkoren. Wann hat ein Läufer schon einmal die Gelegenheit sich vor seiner Haustür mit Läufern seiner Altersklasse aus dem ganzen Bundesgebiet zu messen? Die Auswertung der Ergebnisse 2012 machten mir klar, dass ein Platz auf dem Treppchen mit meinem Leistungsvermögen nicht zu erreichen wäre. Aber ein Platz unter den besten acht der Altersklasse und eine Urkunde zu erhalten war im Bereich der Möglichkeiten. (Anmerkung: nur die ersten Acht ein jeder Klasse werden ausgezeichnet, die weiteren Plätze erscheinen nur auf der Ergebnisliste). Dafür sollte ich aber eine Zeit unter 1:22:00 Stunden laufen, was für mich neue persönliche Bestzeit bedeutet hätte. Also trainierte ich über den Winter trotz Regen, Wind und Schnee und legte dabei fast 1000 Trainingskilometer zurück. Improvisieren war oft nötig. Beim Dürener Stadtlauf lief ich eine neue Bestzeit über 10 km. Ich war mit meinem Training auf dem richtigen Weg.

Doch am Tag vor den Westdeutschen Meisterschaften im Straßenlauf zog ich mir einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Zudem laborierte ich auch noch an einer Reizung des Außenbandes am Knie und an einem verklebten Muskel in der linken Wade. Mein Ziel bei der Deutschen Meisterschaft in im Halbmarathon unter die ersten Acht meiner Altersklasse zu kommen, war in ganz ganz weite Ferne gerückt. Der Versuch meine Anmeldung zu stornieren schlug fehl. Somit ich war angemeldet und das Startgeld wurde auch abgebucht. Durch Physiotherapie wurden die Probleme behandelt und durch eigene Behandlung mit Eis, Dehn- und Kräftigungsübungen habe ich meine Beschwerden mildern können. Mit Rennrad- und Mountainbike - Fahren und ganz wenig Jogging-Einheiten habe ich mich einigermaßen fit gehalten. Nach einem Belastungstest am letzten Donnerstag vor den Meisterschaften reifte die Idee am Sonntag in Refrath (mit) laufen zu wollen.

Nach Abholung der Startunterlagen sah ich mir noch die letzte Runde desersten Laufes mit den männlichen Junioren, der Hauptklasse und den Jung-Senioren (M40 und M45) an. Jan Fitschen gewann souverän mit neuer persönlicher Bestzeit von 63:22 Minuten den Titel.

Mit einem K-Tape an der Wade stand ich um 13:00 Uhr am Start zum zweiten Lauf. Hier waren die weiblichen Läuferinnen aller Altersklassen sowie die Senioren ab M50 in Rennen. Völlig unschlüssig war ich immer noch über meine Taktik, mitlaufen und ankommen oder gleich voll mitlaufen oder langsam angehen und das Feld von hinten aufrollen? - Die letztere Variante schlug ich unbemerkt an. Die äußeren Bedingungen war gut: Temperatur 22° C, leicht bedeckter Himmel, kaum Wind und eine Strecke mit viel Zuschauerunterstützung. Der Rundkurs mit einer langen Gerade mit Begegnungsverkehr ermöglichte mir die Konkurrenten zu erblicken und so die Platzierung zu zählen. Auf den letzten beiden Runden des 5275 Meter langen Kurses spürten nicht nur die Spitzenläufer die zunächst leicht ansteigende Strecke. Erstaunlich auch wie vielen Läuferinnen und Läufern die für dieses Frühjahr ungewohnt hohen Temperaturen Probleme bereiteten.

 

 

 

 

 

 

 

 Mit einem Lächeln zum Ende der ersten Runde    (Foto: Gisela Maubach)

 

Die zusätzliche Rückennummer erleichterte es mir meine Konkurrenten zu identifizieren, auf diese auf zulaufen und abzuhängen. Auch durch den Ausfall weiterer Mitkonkurrenten während des Wettkampfes erreichte ich das schon verlorenen gegangene Ziel: Platz acht in meiner Altersklasse. Die Zeit von 1:23:53 Stunden war zwar schwächer wie vor Wochen noch geplant. Aber ich war heil froh nach der Vorgeschichte überhaupt das Ziel erreicht zu haben. Ob das für meine Wade und den Oberschenkel gut war, werde ich wohl erst in einigen Wochen erfahren.

Dass Meisterschaften kein Volkslauf sind, konnte ich auch erleben. Der schnellste Läufer der M65 wurde disqualifiziert. Angeblich wurde er durch einen Sportkameraden auf der Strecke betreut. Zusätzlich wurde ihm durch einen mitlaufenden Zuschauer kurz vor dem Ziel ein Wettbewerbsvorteil verschafft. Auf Initiative eines Kampfrichters wurde daher eine Disqualifikation ausgesprochen, die für Beobachter und Mitläufer höchst unverständlich blieb.

Das Interesse der Ausdauersportler aus dem Raum Düren an den Meisterschaften auf der anderen Rheinseite war gering. Neben mir standen nur noch Nicola Kuckertz vom TV Obermaubach und Helga Miketta vom Birkesdorfer TV am Start.

 

 

 

 

 

 

Die Vertreter des LA-Kreis Düren: Peter Fleischmann, Helga Miketta (Birkesdorfer TV, 1. W70) und Nicola Kuckertz (TV Obermaubach, 12. W45) Foto: Gisela Maubach

Die Nideggerin belegte mit der Zeit von 1:43:46 Stunden den 12. Platz bei den Frauen W45. Helga Miketta holte sich in der Zeit von 1:56:18 Stunden den Meistertitel in der Klasse W70. Eine goldverzierte Stele als Preis war der materielle Lohn für ihre Mühen.

Soweit mein kurzer Bericht von einem schönen Lauftag und mit einem Happy-End für mich, denn: Das von mir kaum noch Erwartete wurde doch noch Realität: Die angestrebte Urkunde vom DLV .